Augen zu und durch

Sie kommt näher, meine Chemo auf der Intensiv, die Angst wird grösser, aber da muss ich durch.

Mit Kortison zugedröhnt betrete ich die Onkologie. (16gr empfohlenen Max. Menge, gemäss Beipacktext, ich schaffe es auf 24gr, die Hälfte mehr….).

Mag sein, dass ich leicht nervös war – statt meiner Medikamentenkarte lege ich eine Parkbusse beim Empfang hin – selbe Grösse, falsches Papier.

Eines meiner Medis fehlt, und während ich „vorbereitet“ werde, saust eine Assistentin mit ihrem Privatauto los zum Nachbarspital, um dieses zu holen.

Die Vorbereitung bedeutet, Besprechung mit (Ersatz) Onki, (mein Onki tummelt sich in den Ferien rum), Bluttest, (in welchem man noch die Entzündung von der kleinen Erkältung von vor ein paar Tagen sieht, auch das wird nieder geknüppelt mit einer Tablette, so gross, wie ein kleines Mittagessen), den Port a cath anstechen, Kochsalzlösung reintrichtern, ein Beutel gegen Erbrechen ebenfalls, und wegen dem fehlenden Medi (ein Antikörper), lassen wir mal das Chemomittel (Eibengift) reinlaufen. Mit der Reihenfolge meiner  Globulis ist man da ganz flexibel, rein muss es auf jeden Fall.

Mein Medi trifft ein und mit den zwei Antikörper bewaffnet dislozieren wir (die Leiterin der Chemoabteilung und ich) in die Intensivstation. Die wenigsten Patienten laufen dort auf eigenen Beinen rein – wird mir mitgeteilt.

Ich schlüpfe ins Spitalnegligee und werde verkabelt, dass mir unwillkürlich durch den Kopf geht – jetzt nur kein Blitzschlag!

Ein Antiallergikum wird gespritzt, eine viertel Stunde warten und dann ran an die Antikörper. Ich fokussiere die Infusion wie das Kaninchen die Schlange. Tropft es, tropft es nicht? Geht was, geht nix, wird mir warm, übel, Atemnot… was, was, was…..

Es passiert ein grosser Haufen – nichts!

Ich mache das Radio an, warte bis die beiden Antikörper in mir drinnen sind, kriege noch ein warmes Essen – und fahre nach knapp neun Stunden wieder nach Hause.

Kortison putscht auf, Chemo macht müde, ich komplettiere meinen Cocktail mit einer Schlaftablette, von der sich das Kortison überhaupt nicht beeindruckt zeigt – es hält mich die ganze Nacht wach. Die nächste Nacht kommt sicher.

 

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