Erinnerungen

Manchmal treibe ich mich virtuell auf einer Plattform für Tumorkranke herum. Und man kann sagen, täglich, kommen neue Patienten dazu. Alle machen sie / wir das Gleiche durch.

Die Fassungslosigkeit über die Diagnose, die grenzenlose Angst vor der Zukunft, der Berg von Behandlungen, der sich vor einem auftürmt – und kein Ende in Sicht.

Und mir kommt wieder in den Sinn, wie ich mich damals, vor acht Monaten fühlte. Todesangst allgegenwärtig, ferngesteuertes funktionieren, nicht wahrhaben wollen, was einem vom Arzt erhählt wird, schlaflose Nächte, Tage, die man irgendwie hinter sich gebracht hat, Gespräche mit Menschen, vollautomatisch, neutral, der einzige Gedanke – nicht zusammen brechen, weil man sonst vermutlich nie wieder hoch kommt. Mit grossem Abstand die schlimmste Zeit meines Lebens.

Mittlerweile versuche ich mein Krustentierchen als normale Krankheit anzuerkennen.  So vieles, woran man erkranken kann, ALS, MS, Alzheimer, Autoimmunerkrankungen, all diese Krankeiten sind sehr, sehr schlimm. Und doch ist ein Krustentierchen am negativsten behaftet. Weil es einem im Nerv des Lebens trifft – in der Zelle, Baustein des Lebens. Man sieht zu Beginn nichts, man fühlt nichts. Ist man nicht im Endstadium der Erkrankung sieht man es dem Menschen nicht an. Wie oft hat jeder von uns schon gehört – er/sie hat Krebs, und man ist zur Tagesordnung übergegangen, irgendwann hört man, er/sie ist gestorben. Ja, schade – und fertig.

Es ist wie mit allem – ist man selber betroffen sieht das sehr viel anders aus.

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