Es zieht sich

Mühsam, mühsam, meine Haut hält gar nichts von Heilung. Jetzt bin ich schon eine Woche zu Hause – und nichts geht vorwärts.

Ist man unter Leuten, sieht das vermutlich aus, als ob ich einen sitzen hätte. Verlangsamte Bewegungsabläufe – und regelmässiges in den Ausschnitt schauen – ob alles noch am rechten Ort ist. Wundgaze und Ersatzbusen.

Mein Bestrahlungsfeld deckt so ziemlich jede Empfindung ab. Gegen das Brustbein juckt es, weiter rechts kommt ein stechen dazu, manchmal spannt es auch, rund um die Narbe ist es eigentlich immer nocht taub, und doch ist ein ziehen zu spüren, je nach dem, wie ich mich bewege, und die offene Stelle unter dem Arm brennt zuverlässig.

Morgen versuche ich es mit arbeiten. Wie sagt eine Bakannte von mir gerne und oft? Ein Guter hält es aus, um einen Schlechten ist nicht schade.

Es muss einfach heilen, es muss! Möchte nächstes Wochenende einen kleinen Städtetrip machen. Das habe ich während der Chemo auch geschafft, also geht es gar  nicht, dass mir die Bestrahlung einen Strich durch die Rechnung macht.

Mein Krustentierchen und ich – ein ewiges erproben, wer der Chef ist.

Letzthin habe ich einen Besuch auf der Palliativstation des Krankenhauses meines Vertrauens gemacht. Irgendwann werde ich dies in Anspruch nehmen (müssen). Und besser, frau ist vorbereitet. Oft hört man, dass Menschen alleine gelassen, hilflos, finanziell überfordert sind, wenn sie krank, pflegebedürftig werden / sind. Nun, ich sehe das anders. Es gibt sehr viele Hilfsorganisationen, man darf sich nur nicht scheuen, diese in Anspruch zu nehmen. Und das A und O ist – sich zu informieren. Und zwar, solange man noch in der Lage ist, Infos aufzunehmen, zu verarbeiten, und zu organisieren.(Ist vielleicht wie mit der Weiterbildung, wenn man erst mit dem erlernen einer Sprache beginnt, wenn man diese für eine Anstellung benötigt, ist’s auch ein bisschen spät).  Möchte nicht, dass Familie oder Kollegen, egal wer, sich mit meinem ganzen Ballast rum schlagen muss, wenn es los geht. Sich zurücklehnen und krank sein ist praktisch – und egoistisch. Niemand kann etwas dafür, wenn jemand krank wird.

Auch wenn mir manchmal die Angst in die Knochen kriecht vor dem, was noch auf mich zukommt, bin ich dankbar. Das ich noch keine Schmerzen habe, dass ich ärztlich top versorgt bin, für mein Umfeld.

Aber die Zeit vergeht so wahnsinnig schnell…..

 

 

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