Weiter gehen

Ich habe es schon mal geschrieben, hinfallen, aufstehen, Krönchen richten und weiter laufen. Was anderes bleibt mir wohl nicht übrig.

An dieser Stelle möchte ich mich auch mal für die netten Worte die ich hier direkt im Blog, oder auch via Mail erhalte, bedanken. Es ist auf jeden Fall ein Trost zu sehen, dass da draussen doch eine Menge Leute sind, die mein Schicksal teilen.

Der gröbste Schock ist vorbei, die Entscheidung ist gefallen. Werde – natürlich – alles tun, was mir Onki anbietet, rein mit dem Gift, nur immer her damit. Früher oder später wird auch wieder eine Chemo anstehen. Was soll’s, habe ich die Erste hinter mich gebracht, sollte ich mich nicht anstellen vor der Nächsten. Es wird langsam ein Kampf zwischen mir und Krustentierchen um jede Woche, jeden Monat.

Die Unsicherheit, wann es los geht, wann ich das erste Mal mit Schmerzen aufwache, die nie mehr weg gehen werden, bleibt natürlich, aber, ich kann es nicht ändern.

Ich wurde gefragt, vor was ich denn Angst habe? Ja, schwierige Frage – eigentlich. Vor dem nicht wissen was kommt, nicht wissen, wann es kommt. Das sterben macht mir nicht so grosse Sorgen – dann ist es überstanden. Auch vor den Schmerzen habe ich nicht so riesige Angst – Onki hat versprochen, mir wenn immer möglich, diese zu nehmen.

Momentan bin ich ziemlich gut im Geld ausgeben. Ist ja auch mein Geld, und das mit sparen kann ich mir „sparen“. Und ich gebe zu – es macht Spass! Ein Kollege schickt mir Fotos von seinem Ayurveda Hotel in Sri Lanka. Und die Bilder aus Hawai von einer Kollegin hinterlassen bei mir auch einen triefenden Zahn. Die Ideen gehen so nie aus.

Seit mehreren Tagen schneit es, nur, es wird nicht viel mehr als ein gut angezuckerter Berliner. Zumindest an meiner Arbeitsstelle. Das ist lästig und bescheert uns zusätzlichen Arbeitsaufwand. Ein lieber Kollege hat Mühe mit seinen Frühdiensten und durchwandert ein kleines Jammertal. Ich höre mir das eine zeitlang an und bremse ihn dann. Gejammer wird nur akzeptiert wer einen Monat lang Frühdienst hat, und den Nachmittag bei der Bestrahlung verbringen darf. Wir grinsen Beide, 1:0 für mich.

 

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