Gedankenspinnerei III

Während mein Besuch noch friedlich am Kopfkissen horcht bin ich zu nachtschlafener Stunde unterwegs zur Arbeit. Bei Minusgraden. Immer noch. Bob Marley drällert aus dem Radio. Ich erinnere mich an Key West, ebenfalls mit Bob Marley, allerdings eine Live Band. Bei gut dreissig Grad an einer Bar sitzen, von Zeit zu Zeit mit einem leichten Regennebel besprüht zu werden und einen erfrischenden Drink vor sich zu haben ist definitv etwas anderes als bei minus Graden durch die dunkle Nacht zur Arbeit zu fahren. Ich lebe in der falschen Klimazone! Jetzt ist aber langsam genug mit der Kälte.

Meine letzte Therapie habe ich – wie eigentlich immer – verschlafen. Onki hat Rücksicht auf meinen Schönheitsschlaf genommen und wollte / hat mich nicht geweckt. So war momentan nicht gross was los mit Gespräch. Macht auch nichts, immerhin war drei Wochen zuvor die Diskussion nahrhaft. Weil ich es aber doch nicht lassen kann, habe ich Onki meine Gedanken, Fragen gemailt, habe auch Antwort erhalten, somit alles im grünen Bereich.

Mein roter Fleck auf meiner nicht vorhandenen Brust wächst. Wenn ich die gleiche Zeitrechnung wie zu Beginn meiner Diagnose berücksichtige gehe ich davon aus, dass mein Krustentierchen in zwei, spätestens in drei Monaten richtig loslegen, will heissen, wachsen wird. Dann rechne ich mit Chemo. Wehe, dass Mistding tut mir übels. Doof  natürlich, dass mein Japan – Trip, bei welchem die Hotels schon gebucht sind, und meine Amerika Reise, mit meinem Bruder, vermutlich in diese Zeit fallen werden. Muss ich Onki – wieder mal – beknien, dass er dafür Sorge trägt, dass ich zu diesen Terminen fit bin. Wobei, meine Therapie habe ich seit gut einem Jahr pünktlich auf die Uhr alle drei Wochen erhalten, da ist Onki ziemlich stur. Man könnte auch sagen konsequent, oder seriös! Mir gefällt stur besser.

Im Geschäft habe ich Informationen eingeholt. Möchte ja vermeiden, dass auf Grund von verpassten Eingabefristen, z. B., früher oder später versicherungstechnisch – und somit finanziell – Probleme auf mich zukommen. All zu oft habe ich schon von Betroffenen gehört, welche sich nicht um Vorsorge, in welcher Form auch immer, gekümmert haben und überrascht vor Sperrfristen usw. gestanden sind.

Habe mal so rund gefragt, ob mich jemand finanziell unterstützen würde wenn ich am Ende vom Geld noch Leben habe? Keine positive Resonanz. Vielleicht hätte ich die Frage nicht unbedingt an die Geschichte mit dem 1-class-Flug nach Singapore dranhängen sollen. Ich lerne…..

Werbeanzeigen

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s