Aufpassen

Mein Besuch und ich haben es gemütlich. Vor allem, da ich mir regelmässig wünschen kann, was ich zum essen haben möchte.

Abends canastern wir vor uns hin, friedlich, mit einem guten Getränk und netter Musik. Nebenher wird die ganze Familie durchgehechelt. Es ist nicht ganz klar, canastern wir, und unterhalten uns nebenher, oder ist die Unterhaltung die Nummer eins, mit ein bisschen Karten spielen dazu. So gross meine Familie auch ist, irgendwann ist man damit durch – also müssen die Bekannten herhalten. Ich erfahre von Trennungen, Todesfällen (ach, warum wohl????), dies und das. Und ich weiss gar nicht, wie es so weit kommen konnte, plötzlich sind die Zwei emsig damit beschäftigt, meine Habseligkeiten – als Erbe – aufzuteilen. Echt jetzt?? Ich frage mal vorsichtig, ob sie damit nicht warten wollen, bis ich in der Grube bin? Nö, sie finden es einfacher, wenn die Sachen rechtzeitig geregelt werden. Ja, wer solche Verwandtschaft oder Freunde hat – braucht keine Feinde. Vor lauter Gier, entschuldigung, ich meine Aufteilung, brennt noch was auf dem Herd an – somit wird auch meine Kücheneinrichtung reduziert. Zeit für mich, aktiv zu werden.

Ich künde eine Taschenkontrolle für den nächsten Tag an – nach einem Kontrollgang in meiner Wohnung bugsiere ich die Beiden schliesslich auf den Flieger. Wir verabschieden uns herzlich – sie versprechen, bald wieder zu kommen. Meine Familie – alle habe ich sie von Herzen gerne, und weiss, ich kann mich auf sie verlassen. Die schwarzen Schafe lasse ich unter den Tisch fallen.

Onki juble ich in einem diskreten Mail meine nächsten Reisepläne unter. Und bedanke mich schon im voraus, dass er dafür Sorge trägt, dass ich an diesen Terminen fit bin. Da kann er nicht weichen, da muss er mit seiner Giftmischerei schon Rücksicht nehmen, bin ich der Meinung. Kann schon sein, dass er nicht ganz meiner Meinung ist, aber ich tue mal so, als ob das für mich unvorstellbar ist. Unvorstellbar, dass er mich mit seiner Hexenküche ins Bett, und somit zum zu Hause bleiben, zwingt.

Onki ist auch nicht auf den Kopf gefallen. Wenn ich etwas von ihm möchte – merkt er dies im Handumdrehen. Und schmunzelt dazu. Tarnen und täuschen – lautet das Motto.

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