Wieder da

von Singapur.

Was für ein toller Trip! Die dreissig Grad Temperaturunterschied – nach unten –  können mir meine gute Laune bei der Ankunft zu Hause nicht verderben.

Meine Reisebegleitung ist eine Hard-core-Economy-class-Fliegerin. So denke ich, es kann nicht schaden, sie ein wenig vorzubereiten. Zum Beispiel, dass sie nicht schreien soll, wenn jemand ihre Jacke nimmt. Mit grosser Wahrscheinlichkeit ist es ein Flight Attendant der diese aufhängen möchte – und nicht an den Erstbesten verhöckern.

In Singapore angekommen tauchen wir ins Geschehen ein – und nehmen die U-Bahn in die Stadt. Klimatisiert! Da kann sich London, Paris und andere Städte ein Scheibchen abschneiden. Die Fahrpläne in den Wagons zeigen mit Lichtsignalen die Stationen an, ein Spruchband läuft auch „next Station…., connecting to….“, und für die ganz Dummen wird das Ganze noch ausgerufen. Tadellos. Wir haben unser Transportmittel für die nächsten Tage gefunden.

Unsere Absteige ist nicht die Schlechteste, wir nehmen das Zimmer in Besitz – und verteilen unsere Sachen – überall. Meine Kollegin hat die Angewohnheit das Bad zu markieren, und zwar mit Kleidung. Etwas hängt immer auf einem Hacken. T-Shirt, Shorts, irgendwas. Zur Deko darf’s auch mal ein BH sein.

Bei einer Stadtrundfahrt staunen wir, für eine fünf-Millionen-Stadt ist das Teil wirklich sauber. Eine Wette läuft, wer zuerst einen Papierschnipsel, oder so,  auf dem Boden liegen sieht – kriegt einen Kaffee. Ich gewinne! Und freue mich wie eine Schneekönigin.

Wir essen uns durch die Stadt, von einem Stand in einem Einkauszentrum (super günstig), über kleine Lokale am Singapore River (immer noch zahlbar)  zum Buffet incl. Hummerschwänzen (dank gutem Auskommen mit unserem Kellner kriegen wir Stammkundenrabatt) und ganz nobel ein Afternoon Tea im ersten Haus am Platz (welchen wir grosszügig von einer Kollegin gesponsert kriegen). Alles schmeckt wunderbar.

Kein Wunder sind die Eingeborenen so schlank, essen, trinken und auch rauchen ist praktisch überall verboten. Meine Mitreisende hat grundsätzlich Angst um ihre Nieren und trinkt überall und immer Wasser, in diesem Fall auch mal dreissig Meter vor dem Verbotsschild. Falls sie von der Polizei aufgegriffen wird – ist es dumm gelaufen – für sie. Ich werde von dannen schleichen, denke ich so für mich. Hallo? Hier existiert noch die Brügelstrafe!!

In den Universal Studios auf Sentosa Island komme ich mir vor wie in den USA. Muss mal für kleine Mädchen, und schon ist meine Begleitung bei drei Männern am Photoshooting. (Wobei sie der Fotograf ist). Ich komme zurück und erfasse die Situation mit einem Blick. Noch merken die Drei (ich vermute mal, Inder) nicht, dass ihr Fotograf unter meiner Obhut steht. Ihre Blicke würde ich nicht als charmant bewundernt einstufen, eher so unanständig, plannend, berechnend. Ich geselle mich zu der Runde und setze einen Blick auf, mit dem ich jeden Raum normalerweise um drei Grad runter gekühlt kriege. Dank direktem Augenkontakt meinerseits drehen die Drei baldigst ab. Will ich ihnen auch geraten haben. Meine Körpergrösse habe ich noch nie als Nachteil gesehen, und im asiatischen Raum habe ich tadellos den Überblick. Auch über die lieben Männer. Da möchte ich mal sehen, wer meinem Mädchen – oder mir – was tun möchte.

Mit der Gondel geht es auf den Mount Faber hoch, wobei hoch ein grosses Wort ist. Bei uns würde dies wohl eher als Hügel durchgehen. Oben angekommen ereilt uns ein gepflegter Monsunregen. Regen in diesen Breitengraden bringt keine Abkühlung, sondern kommt eher wie ein Aufguss in der Sauna daher. Egal. Ich spüre praktisch wie das feuchtwarme Klima meiner Haut gut tut. Mir scheint, seit der Chemo habe ich sehr trockene Haut, hier fühle ich mich pudelwohl.

Der Jetleg lässt uns zu verschiedenen Stunden aufstehen, mal um sieben Uhr morgens, mal um ein Uhr am Nachmittag, wir sind da ganz flexibel. Beim schlafen geht es gleich weiter. Während im Bett neben mir schon tief gemützelt wird, schaue ich im viertel Stunden Takt auf die Uhr. Vier Uhr morgens – Lokalzeit…… Nun ist es hilfreich, dass momentan Kollegen von mir in Thailand sind, New York, Marrakesch, Malediven  und auch im guten, alten Europa. Einer ist immer wach – ich werde bestens online unterhalten.

Wir spazieren, wir staunen, wir lachen. Singapur kann man als  light Version von Asien bezeichnen – hervorragend für Mitmenschen geeignet, welche sich langsam an Asien als Reiseziel herantasten möchten. Eigentlich könnte man in dieser Stadt schon noch ein paar Tage mehr vertrödeln. Nichtsdestotrotz – unser Retourflug wartet. Eine liebe Kollegin holt uns vom Flughafen. Dann hüpfe ich unter die Dusche, drei Stunden nach Landung sitze ich bei der Arbeit – und mein Mäderl wieder im Flieger nach Hause.

Japan steht als nächstes an. Muss los – bevor mich Onki mit der Reiserei einbremst.

 

 

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