Unglaublich, aber wahr

Frühmorgens bin ich mal wieder unterwegs zur Arbeit – das Radio ist an. Werbung läuft. Der Frühling kommt, und somit ist natürlich auch die Bikinfigur ein Thema. Nun denke ich mir im halbverschlafenen Zustand, jetzt kommt mal wieder eine Diät. Nein, wir sind in Amerika angelangt. Eine Brustverkleinerung ist das Thema. Ich fall‘ vom Glauben ab. Sind wir tatsächlich schon so weit, dass man sich am Körper rumschnetzeln lässt wie der Bildhauer an einer Mamorstatue? Einerseits natürlich, wie schön, wenn man sonst keine Sorgen hat, andererseits wie erbärmlich, wenn man sich dem Aussehen zuliebe unters Messer legt. Und ich spreche nicht von den Frauen, die chronische Rückenschmerzen haben. Im gleichen Werbeblock läuft auch ein Spot für stricken online. Na ja, vielleicht beginnen die Frauen mit Brustverkleinerung während der Heilung mit dem stricken.

Es geht mir nicht sonderlich gut. Aber Erkältungen waren bis jetzt nie gross ein Problem für mich. Meistens habe ich sie nach zwei, drei Tagen hinter mir. Aber ich stelle fest, ich bin zur Memme geworden. Am vierten Tag kommt noch Fieber dazu, Gliederschmerzen, ich gehe von der Arbeit nach Hause. Ich frage Onki an, ob er nicht ein chemisches Wundermittel für mich hat? Immerhin möchte ich in ein paar Tagen eine Kollegin besuchen. Aber das kann ich mir abschminken – sie steht unter Chemo, da muss ich nicht mit einer knapp auskurierten Grippe antanzen. Schade, es hätte gerade so schön gepasst – mit vier Tagen frei.

Ich erhalte ein paar SMS von Kollegen wie es mir geht. Eine liebe Kollegin ruft an? Ob ich erkältet sei – oder Schmerzen habe? Auch hier, wenn es mir mal schlecht geht denken viele „es geht jetzt los“.  Also beruhige ich und lasse allen, die es interessiert wissen, dass es wohl nur eine Grippe ist. Ich kann mich noch gut erinnern, als ich mal verschlafen hatte. Ruckzuck wurden – frühmorgens – Mitarbeiter bis zu meinem Vorgesetzten rausgeklingelt. Weil man halt bei mir immer vom Schlimmsten ausgeht. Und nie, dass ich mal ganz normal verschlafen könnte.

Strahlend blauer Himmel – ich schaffe es trotzdem gerade mal so zwei, drei Stunden am Tag zum Bett raus. Das wird schon wieder werden.

 

 

 

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