Zeitvertreib

So viele sind unterwegs, nur ich, ich hocke zu Hause.

Ein Kollege ist für ein Monat geschäftlich  in Saudi Arabien,  jemand anderes kommt von der Safari nach Hause, von Astana trudelt auch jemand ein, welcher dort sechs Wochen war – Expo lässt grüssen, oder es wird schnell nach Florida geflogen. Das muss ändern. Bei mir!

So eine Safari muss noch her, definitv. Die Fotos aus Afrika sind zum niederknien. Es könnte ein klein wenig teurer werden als üblich – aber, was solls!

Brav arbeite ich meine „to – do Liste“ ab, aber, irgendwie wird diese trotzdem eher länger – nicht kürzer. Andererseits, Planung und Träume müssen sein!

Von mehreren Leuten kriege ich – schriftlich und mündlich – den momentan äusserst beliebten Tip betreffend Methaton. Auch wenn viele, fast alle Bekannte, so tun, als ob Ärzte sowieso nicht offen sind für Neues und stur an der bekannten Schulmedizin festhalten, kann ich sagen, mein Onki nicht. Im Gegenteil, Er hat es bereits eingesetzt, und mir auch erzählt, dass die betreffende Patientin nach 36 Stunden sich heftig übergeben hat. Und wohl auch die Wenigsten wissen, dass ein Arzt eine Zulassung für Medikamente braucht. Falls also wieder Mal jemand gerne gegen die Ärzte schiesst – vielleicht auch mal schlau machen, wie das mit Zulassung usw. funktioniert.

Während die Schlagzeilen reisserisch von „Heilung“ sprechen, stelle ich fest, dass man, bei genauerem Hinsehen von Linderung und evtl. Lebensverlängerung spricht. Wer den Bericht seriös mitverfolgt, wird auch feststellen, dass es hierbei um „in Vitro“ Versuchen geht, also im Labor im Reagenzglas. Will noch lange nicht heissen, dass es auch beim Menschen, bei jeder Krebsart Heilung nach sich zieht. Ein Versuch ist es allemal wert. Auch ich werde es vermutlich nehmen – wenn die nächste Chemo ansteht. Ich hoffe nicht auf Heilung, aber ein Jährchen, oder zwei, mehr Leben würde ich doch nehmen.

Wenn man sich ein klein wenig genauer mit Medizin, Behandlungen, Zulassungen, Vorschriften usw. beschäftigt, und das tue ich gezwungenermassen, stellt man fest, nein, eigentlich ist es unglaublich, was für Unsinn, für Schulmädchenweisheiten die Runde machen. Im Brustton der Überzeugung werden da Geschichten verbreitet, dass man nur den Kopf schütteln kann.  Natürlich ist es einfacher, den Ärzten die Schuld zu geben, egal an was. Ansonsten müsste man ja zugeben, dass man selber auch Schuld trägt an seiner Gesundheit. Zu lange zu einseitig gegessen, zu träge, zu schwer, rauchen, usw. usf.

Manchmal, wenn ich nicht aufpasse, wohin meine Gedanken flattern, komme ich in eine Endlosspirale „Du hast Krebs“ – und wenn ich so weit bin – wird es meist ein übler Tag. Noch habe ich keine Gegenmassnahme gefunden. Man könnte auch sagen, einen Gewöhnungsefekt an meine Diagnose kann ich nicht feststellen – leider. Mein Krustentierchen ist präsent wie am ersten Tag.

 

 

Dieser Beitrag wurde am 15. Juni 2017 veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. 3 Kommentare

3 Kommentare zu “Zeitvertreib

  1. Hallo Krustentierchen,

    Ich hätte eine Frage, falls ich darf:
    Du klingst, als hättest Du die ganzen „gängigen“ Alternativmethoden mit Deinem Onki besprochen. Darf ich fragen, was er zum Thema Cannabis-Öl gesagt hat? (So einen Onkologen hätte ich gern!)
    Dankeschön und „natürlich“ weiterhin alles Gute, schließlich will ich Dich hier noch ein paar Jahre lesen…

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    • Hallo Shrimpy
      Immer noch am mitlesen? 🙂
      Keine Ahnung, ob ich ALLE gängigen Alternativbehandlungen kenne…., wer kann dies schon von sich behaupten. Die Misteln natürlich ganz vorne und sonst noch ein paar. Dein Cannabis – Öl kenne ich zum Beispiel nicht. Natürlich kann ich Onki fragen, was er davon hält. Nur wird er mit grosser Wahrscheinlichkeit sagen, dass Du dies mit Deinem Onki besprechen solltest, weil es immer darauf ankommt, was für Medis Du von Haus aus schon kriegst. Bevor es bei mir mit den Aprikosenkernen los ging, musste ich meinen Befund an den Alternativmediziner schicken, dieser war ein klein wenig überrascht (zurückhaltend ausgedrückt), wieviele Medis ich ohnehin schon erhalte, dann meinte er, mit Calcium und Vitamin D3 sei ich schon sehr gut bedient. Vermutlich hatte er ein wenig Respekt vor meiner Diagnose – er hat den Befund noch an einen Onkologen gesendet, mit welchem er zusammen arbeitet. Dann kam er eben auf die Aprikosenkerne, und dann habe ich noch das OK von Onki eingeholt. Also nur so schnell – ich nimm‘ dann noch, würde ich nicht machen. Für Dich kann ich nicht sprechen – aber ich kann mal fragen. Nur, wie gesagt, eine für Dich verbindliche Antwort wird mir Onki nicht geben. So gut kenne ich ihn. Und ja, ohne meinen Onki würde es nicht gehen. Und Du bist auch nicht die Erste, die mir sagt, dass er ein gutter Arzt sei. Hat auch schon Frauen gegeben, die mich nach einem Visitenkärtchen von ihm fragten – wenn es bei ihnen los geht, (familiär vorbelastet), würde sie gerne zu ihm….
      Liebe Grüsse, Dein Krustentierchen

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  2. Oh, Danke 🙂
    Dass Dein Arzt mir per Ferndiagnose nicht ZU Cannabis raten kann, versteht sich von selbst, ich hätte nur gern gewusst, ob er grundsätzlich davon ABrät. („Dieses Zeug macht es schlimmer statt besser, Finger weg!“ kann man denke ich auch ohne Arzt-Patientenverhältnis sagen?)
    Würde mich freuen, wenn Du fragen magst, aber bitte keine Umstände meinetwegen.

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