Direkt

Treffe nach langer Zeit einen Kollegen. Ich würde sagen, es ist sicher über ein Jahr her, sei ich ihn das letzte Mal sah.

Er erzählt mir, was er so alles erlebt, mitgemacht hat. Streit im Geschäft, dafür privat alles im grünen Bereich.

Und dann kommt die Frage – wie es mir geht. Schon am Tonfall merke ich, es ist nicht die übliche Floskel, welche man sich bei einer Begrüssung zuwirft, und die Antwort im Normalfall gar nicht abwartet. Ich meine „gut“. Er fragt nach – und mit der Krankheit? Kurz und direkt – ist mir auf jeden Fall lieber, als hinten rum zu fragen.

Ich erkläre ihm was Sache ist – vermutlich werde ich darin immer schneller und stichhaltiger, weil ich es ja auch schon ein, zwei Mal erzählt habe. Seinem Gesicht nach zu urteilen könnte man meine, es steht ihm jemand auf den Fuss. Tut aber niemand. Er meint „Chemo und Bestrahlung auch?“. Habe ich schon lange hinter mir. Dann erzähle ich noch von meiner allergischen Reaktion, vom Port einsetzten, von den Bronchien mit Asthma Verdacht, von der Thrombose. Und eigenartig – er meint, schon die Thrombose hätte ihnf wohl ausser Gefecht gesetzt. (Ich schmunzel innerlich. Ich erzähle von meinem unheilbaren Krustentierchen, und bei ihm bleibt die Thrombose hängen?) Nein, hätte sie nicht. Denn man kann viel wenn man muss. Er bezweifelt es. Vermutlich würde ich dies an seiner Stelle auch. Als gesunder Mensch denkt man – das schaffe ich nicht. Doch, wenn man muss schafft man viel. Schon alleine meine Angst, wenn man mir Blut abgenommen hat – nun finde ich es lächerlich. Aber, ich sage es nochmal. Ich verstehe es, wenn „gesunde“ Menschen anders denken.

Meine linke Schulter tut weh. Das kann viele Gründe haben. Abgedeckt schlafen bei Durchzug, oben ohne Auto fahren, die Klima im Geschäft, Ableger meines Krustentierchens, der Lymphdrüsenknoten ist auch auf dieser Seite. Ich tippe mal schwer auf die Klima im Geschäft. Ziehe also vorsichtshalber immer noch eine dünne Jacke oder etwas in dieser Art an. Sieht ein bisschen dämlich aus bei diesen Temperarturen, aber wenn es nützt. Meinem Krustentierchen will ich nicht so viel „Macht“ einräumen – noch nicht. Wird schon noch kommen.

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