Selber schuld

Ich bin dämlich genug, dass ich mich durch mehr oder weniger laienhafte Artikel im Internet kämpfe. Da stehen dann so sinnvolle Sachen wie, Lebenserwartung bei Knochenmetastasen 12 – 18 Monaten (höchste Zeit für mich also, in die Grube zu springen), oder das Druckgefühl im rechten Oberbauch bei Lebermetastasen (damit laufe ich seit rund einem Jahr rum – und ignoriere es mehr oder weniger erfolgreich), oder dass man sich über palliative Medizin informieren soll.

Und dass ich es noch immer nicht kapiert habe, und von Zeit zu Zeit denke, es kann nicht noch schlimmer werden. Doch, es kann. Mehr Angst, mehr Verzweiflung, mehr Hoffnungslosigkeit. Während es früher eher ein heftiges Aufblitzen dieser Gefühle war, ist es jetzt ein grosser, beständiger Strom von Gefühlen, der immer allgegenwärtig ist.

Hatte lieben, aufmunternden Besuch. Wir unterhalten uns über dies und das, und ich muss mich ordentlich zusammen nehmen, nicht allzu oft über meine Gedanken zu sprechen.

Habe Onki gefragt, wie lange ein Körper mit Ablegern an fünf Stellen noch funktionieren könne. Er schaut mir – wieder mal – tief in die Augen und meint, dass müsse nicht unbedingt etwas miteinander zu tun haben. Ich winke ab, und beginne von etwas anderem zu sprechen. Er kommt nochmals darauf zurück: Es MUSS nicht…, nein, es muss nicht, aber der gesunde Menschenverstand verschwindet nicht automatisch mit Metastasen.

So ganz ohne Schmerzen kommt mir das Ganze von Zeit zu Zeit surreal vor – aber Onki ist ein Profi, auf Falschdiagnose kann ich nicht hoffen.

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