Besser wissen

Eventuell war es doch nicht die allerdümmste Idee von Onki, Antibiotika zu nehmen. Nach wie vor huste und schnupfe ich mich durch die Tage. Durch die Nächte auch. Kalter Schweiss steht auf meinen Armen. Vermutlich auch an anderen Körperteilen. Kurz spiele ich mit dem Gedanken, zwecks Überprüfung derselben die Hosen fallen zu lassen, verwerfe diesen aber bald wieder. Es könnte vereinzelt verstörend auf Mitarbeiter wirken.

Die Leute haben einfach kein Rückgrad. Der eine oder andere meint tatsächlich, ich könnte mir ja immer noch, verspätet zwar, besagte Antibiotika holen. Könnte ich. Aber ich will nicht. Zuerst grosses Mundwerk und dann angeschlichen kommen, ob man nicht doch evtl. vielleicht unter Umständen könnte? Dafür geht es mir zu gut. Durchbeissen, lautet die Parole. Onki wird schon merken, wenn ich nach drei Wochen immer noch huste, und dann kann er mir verschreiben was er will. Und das meine Lunge nicht mehr auf der Höhe ist, ist mir schon bewusst. Nicht umsonst schnüffle ich mindestens zwei Mal täglich an meinem Asthmaspray. Da wird wohl ein bisschen Husten auch noch drinnen liegen. Einzig, meiner Nachtruhe ist es nicht zuträglich.

Vielleicht hilft auch nur die Holzhammermethode? Mal bei Wind und Regen eine Stunde spazieren gehen, wobei es einem leicht zu kalt ist. Entweder, die Leukozyten bringen alles wieder auf Vordermann, oder ich liege komplett flach. Manchmal ist es ein Kampf zwischen meinem Körper und mir. Und ich mag nicht nachgeben.

So oder so muss ich in die Höhe kommen, nächste Woche steht ein kleiner Städtetrip an. Und wenn es mich nicht gewaltig niederreisst, werde ich in den Flieger steigen. Ich mag nicht krank sein, ich mag einfach nicht.

Streit hatte ich auch. Ganz fürchterlichen, enormen Streit. Mit einer Person, die mir sehr am Herzen lag. Aber vielleicht habe ich es mir auch nur eingebildet. Und manchmal frage ich mich, ob ich empfindlicher geworden bin? Denn eigentlich ist es ja so, streiten nützt nichts, niemanden, egal ob man gesund oder krank ist, jung oder alt. Etwas wissen, und sich danach zu verhalten ist nicht immer das Gleiche.

Vereinzelt gibt es Leute, die meinen, ich sehe ja blendend aus. Man sieht bald mal blendend aus, wenn eigentlich eine kahlköpfige, ausgemergelte Person erwartet wird. Die Haare spriesen schon länger wieder, und von ausgemergelt bin ich weit entfernt. So schau‘ ich in den Spiegel, und frage mich „Wo bist du, mein Krustentierchen“. Hinterlistig und durchtrieben schleicht es durch meinen Körper, ich weiss, es ist hier, ich weiss nur nicht wo.

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