Wieder mal

Zum dritten Mal sind meine Kollegin und ich unterwegs. Stockholm und Copenhagen waren es, nun ist es Edinburgh. Zum Tattoo machen wir uns auf den Weg. Die Stadt ist überlaufen, meint meine Kollegin, ich bin wohl noch abgehärtet von Tokio. So oder so ist es schön. Wir bummeln die Fussgängerzone rauf und wieder runter. Strassenkünstler aller Art sind vorhanden. Musiker, Zauberer, Figuren, allerlei. Auch ein Chor mit ausnahmslos Schwarzen gibt sein Bestes. Sie haben den Rythmus einfach im Blut, muss man ihnen neidlos zugestehen.

Es stehen auch so grosse, schwarze Klötze rum. Was das wohl sein soll? Meine Kollegin klärt mich auch. Rammböcke. Für einen ganz kurzen Moment wird mir kalt. Wie traurig, dass man solche Vorkehrungen treffen muss. Später stelle ich fest, auch ein Briefkasten ist versiegelt. Könnte ja sein, dass jemand nicht nur Briefe einwerfen möchte.

Das Tattoo selber ist genial. Wunderbare Choreographie, zum Teil monumentale Musik. Die Inder haben es recht farbenfroh, die Japaner mit Abstand den strammsten Schritt beim maschieren, und eine geniale Sängerin, die Amis halten nicht viel vom stramm maschieren, aber vermutlich ist das Durcheinander, welches sie auf dem Schlossplatz veranstalten auch ziemlich kompliziert. Ein Pyrotechniker ist ebenfalls im Einsatz. Das Feuerwerk ist nicht von schlechten Eltern.

Wir haben Glück, und bleiben während der ganzen Vorführung trocken. Dafür friere ich bis auf die Knochen. Wäre Onki vor Ort gewesen, hätte er mich vermutlich mit einer Peitsche nach Hause gejagt. Na ja, er muss nicht alles wissen. Im Zimmer wärme ich unter der Dusche auf.

Wir lassen es uns gut gehen. Bei einem gemütlichen Abendessen kommen wir auf unserer Krustentierchen zu sprechen. Ja, auch sie hat eines. Oder besser gesagt, hatte eines. Sie wurde vor einem guten Jahr operiert, damit war es für sie erledigt. Nun geht sie regelmässig zur Voruntersuchung. Mir fällt auf, dass nur das betroffene Organ untersucht wird. Ich bin am überlegen. Soll ich ihr sagen, dass ich an ihrer Stelle auch einen Tumormarkertest machen würde lassen? Mir kommt das böse Wort Ableger in den Sinn. Doch, ich gebe mir einen Ruck. Ich teile ihr meine Gedanken mit. Sie überlegt und es leuchtet ihr ein. Ja, das mache Sinn.

Krustentierchen können verbinden, allerdings hatten wir es auch schon vor unseren Untermietern immer gut miteinander.

Ihr nächster Vorschlag wäre Helsinki. Im Winter! Schon alleine der Gedanke lässt mich frieren. Auch wieder etwas, dass ich Onki schön verpackt werde beibringen müssen. Mal sehen.

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