Die dritte

Blase züchte ich mir bei meinem letzten Trip an meinem linken Fuss heran. Bevor sie ganz hoch fährt kann ich das gröbste mit einem Blasenpflaster abwehren, aber sie ist da. Das wird mir wohl erhalten bleiben – diese Geschichte mit den Blasen an den Füssen.

Egal, es gibt Schlimmeres.

Mein Trip war wunderbar. Spaziergang am Strand, und was sehen wir? Ein rosarotes Glubberding. Vorsichtig drehe ich es um. Tatsächlich. Quallenalarm. Erst zu Hause stelle ich fest, dass es sich um Ohrenquallen handelt, absolut harmlos. Wussten wir am Strand natürlich nicht. Ich fordere meine Reisebegleitung auf, mal anzufassen, und falls es weh tut, würde ich ganz selbstlos erste Hilfe leisten. Sie verweigert. Angsthase. Abends machen wir uns auf die Suche nach einem passablen Lokal. Wir sind auf einer Insel und fragen uns, ob hier überhaupt Wildwechsel möglich ist, die Schilder sehen wir. Und schon haben wir Wild auf der Strasse, Wildschweine, eine Bache mit drei Frischlingen. Sie steht, die Kleinen im Gänsemarsch hinter ihr stehen auch, sie schaut rum, dreht sich um 180° und läuft zurück, die Kleinen hinterher. Somit hat sich die Frage nach Wildwechsel auch erübrigt. Wir werden fündig betreffend Restaurant und speisen vorzüglich. Es dauert ein wenig, aber wir sind in den Ferien, also kein Problem. Auf der Rückfahrt zum Flughafen trödeln wir rum, und finden ebenfalls einen Augenschmaus von Lokal zum essen, sitzen im Garten, und geniesen die nicht mehr heisse, aber immer noch angenehm warme Sonne. Wir stellen fest, es gibt unendlich viele Ort, die es wert sind, entdeckt zu werden.

Nächstens geht es mal wieder in den Süden. Ich freue mich auf feines Essen, auf das Meer, vielleicht noch baden, mal sehen, wie das mit meinem Ersatzbusen funktioniert, und auf gute Gespräche. Besuche eine Leidensgenossin von mir, bei ihr ist es rund zehn Monate nach mir los gegangen. Jetzt hat sie das schlimmste überstanden.

Ich muss Onki Bescheid geben, falls der Retourflug aus irgendeinem Grund ausfällt, wird es eng mit der nächsten Therapie, eigentlich würde ich sie verpassen. Er kommt mir entgegen und meint, ein Plätzchen würden sie auch später noch für mich finden. Auf Onki kann ich zählen, wie immer.

Mir scheint, der Herbst schleicht langsam in’s Land. Die ersten Maisfelder sind bereits geerntet. Und untrügliches Zeichen für mich, Kürbisstände sieht man an den Strassen. Spät abends fahre ich nach Hause, und die Autos auf der Gegenfahrbahn halten an. Eine Panne, denke ich. Nein, ein Igel läuft kreuz und quer, scheint verwirrt zu sein. Wäre wohl auch verwirrt, wenn so ein Monstrum von Auto auftaucht und noch Scheinwerfer  hat. Wir sind geduldig, und nach einer gewissen Zeit findet er den Ausgang, sprich den Strassenrand.

Ich frage mich, ob ich übertreibe, oder übertrieben habe, mit meiner Angst, meinen Zukunftsgedanken?

Das Brustbein tut weh, ein Knoten in der rechten Armbeuge, tut aber nicht weh, irgendwas schmerzt im Rücken, als ob mir jemand eine Münze rein trückt, die Beine tun eh immer weh, und mein treues Hand-Fuss-Syndrom. Aber das sind nur Wehwehchen. Vielleicht werde ich nur alt?

Irgendwann wird wohl die Zeit kommen, und ich werde mich nicht mehr auf mein Alter rausreden können.

Werbeanzeigen

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s