Weiter planen

Die Angst hatte mich mal wieder im Griff. Und was tut frau in diesem Fall? Onki bemailen. Er liest, er ist geduldig, er tröstet. Und immer, wenn ich eine Stunde später, oder so, lese, was ich ihm schreibe, schäme ich mich ein wenig dafür. Erstens verachte ich Gejammer, und zweitens, ist es nicht sein Problem. Natürlich sage ich es ihm auch, wie erbärmlich ich mich danach jeweils fühle. Und er reagiert wie immer wunderbar. Das es für ihn schon fast logisch sei, dass ich mich an ihn wende, er sei ja auch derjenige, der mir sagt, was Sache sei, und wisse, wie es mir daher geht. Es tut enorm gut, so jemanden an der Seite zu haben.

Er hat so Andeutungen gemacht. Und langsam kapiere ich es. Über kurz oder lang werde ich wieder in die Röhre – und die Chemo wartet. Wir fahren momentan nicht gerade die stärkste, oder soll ich sagen die intensivste, Therapie. Und Chemo ist natürlich, in Verbindung mit Antikörper und Methadon, schon ein anderes Kaliber. Das doofe daran ist, die Chemo wird mir erhalten bleiben – bis zum Ende.

Es ist eine verflixte Situation. Noch nie hatte ich seriöse Beschwerden, und doch, die Medis werden stärker, es muss angepasst werden, Ok, dort und da harzt es ein wenig, das linke Bein tut weh – lustigerweise wenn ich im Bett liege, nicht wenn ich zu Fuss unterwegs bin – aber ansonsten gibt es nichts grosses zu Sagen. Und doch, immer und immer weiter geht es, und mein Krustentierchen spaziert in mir herum. Es nervt!

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Dieser Beitrag wurde am 9. Dezember 2017 veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. 2 Kommentare

2 Kommentare zu “Weiter planen

  1. Hallo Heidi! Ich glaube, ich kann sehr gut nachvollziehen wie du dich fühlst und du hast alles Recht der Welt rumjammern, die Angst braucht ein Ventil, d.h. die schlechten Gefühle müssen raus damit ein paar gute ihren Platz finden können.
    Wenn die doofen Krustentierchen schon in uns rumspazieren, könnten die doch auch mal den Ausgang erwischen – man weiss nie was das Schicksal für einen vorgesehen hat.

    Gruss Gaby

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    • Hallo Gaby, ach wo, unsere Krustentierchen finden keinen Ausgang, One Way, sozusagen. Dafür sind sie zu dämlich. Ich war in den Ferien, und ziemlich faul mit schreiben, daher erst jetzt die Antwort. Ja, was soll ich sagen. Die Angst, ständiger Begleiter, manchmal mehr, manchmal weniger, aber nie mehr ganz weg. Nehme an, Du kennst das. Wir alle, mit Untermieter, kennen das. Mal schauen, wie es weiter geht. Liebe Grüsse, Heidi

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