Archiv | Januar 2018

Etwas stimmt nicht

Das mit mir etwas nicht stimmt, ist ja bekannt. Nun scheint da auch was mit dieser Seite zu sein. Meine letzten beiden Beiträge sind „verschwunden“.

Also, versuche ich es nochmals.

Das Ergebnis der Röhre ist hier. Kopf ok, was gut ist. Im Hals wimmelt es von Ablegern, beide Schilddrüsen nun befallen. Die Lunge zickt auch rum, zusammen mit den Bestrahlunsschäden und den beleidigten Bronchien ist sie mit verantwortlich, dass ich von Zeit zu Zeit ordentliche Atemprobleme habe. Leber und Knochenmetastasen sind friedlich und schlummern vor sich hin. Die Niere zickt. Abgesehen von meiner Zyste, die da irgendwo rumbaumelt scheinen sich die Ableitungen langsam zu verabschieden, will heissen, sie verschliessen sich. Das ist doof, kann von Koliken bis zur Harnvergiftung führen. Wir werden das im Auge behalten, in ein paar Wochen nochmals ultraschallen, und wenn nötig, werden Leitungen eingesetzt. Ist ein mechanischer Defekt, und Internet sagt mir, so was kann schon mal passieren – als Nebenerscheinung von so einem Krustentierchen. Na ja, wenn sich andere so eine „Rohr frei “ Leitung ins Herz einbauen lassen können, werde ich das im Kellergewölbe wohl auch hinkriegen.Die Magenschmerzen habe ich mir nur eingeredet. Was zeigt, noch immer nicht schaffe ich es, das ganze als normale Krankheit anzusehen, und so lasse ich es zu, dass mir der ganze Mist „auf den Magen“ schlägt. Muss ich versuchen, mich das nächste Mal besser im Griff zu haben.

Aber, das ganz grosse plus ist, ich brauche noch keine Chemo. Das beste von allem. Alles andere ist nur Kinkerlitzchen.

 

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Und wieder

geht es in die Röhre

Wie immer weise ich auf meinen Port hin. Der junge, knackige MA der Nuklearmedizin fragt mich trotzdem, ob ich via Vene oder Port gestochen werden möchte. Hallo! Port! Er meint noch, der Vorteil sei, dass es sich über die Vene schneller verteilt. Das nun macht überhaupt keinen Sinn, da 1. der Port zenraler im Körper sitzt und 2. die grössere Durchflussmenge als eine Veneninfussion hat. So viel weiss ich nun auch schon. Und ausserdem höre ich das jetzt zum ersten Mal, und es ist ja nun doch schon mein fünftes PetCt. Mit so fadenscheinigen Kommentaren kann er vielleicht Frischlinge beim krank sein überzeugen, nicht jemanden, der schon seit über zwei Jahren dabei ist.

Die Portnadel sitzt auf Anhieb, und auch Blut kommt bald mal raus. Braver Port. Machte mir ein wenig Sorgen, da er ja die letzten zwei Mal bei der Therapie rum gezickt hat. Als mir das Fluor18 gespritzt wird, huschen die zwei Jungs raus, und strecken gerade mal den Kopf rein. Jetzt aber – so ein bisschen Strahlung wird sie wohl nicht umbringen.

Nach den obligaten 50 Minuten dösen gehts zur Röhre. Aus Erfahrung weiss ich, dass meist nur bis zu den Knien gescannt wird. Ich frage, ob sie das ganze bis zu den Füssen ausdehnen könnten? Dürften sie eigentlich nicht, wegen der erhöhten Strahlenbelastung. Lächerlich!! Ich überrede sie, vor allem, als ich ihnen sagte, dass ich seit rund einem halben Jahr manchmal mehr, manchmal weniger Schmerzen im linken Bein habe, und ich gerne wissen würde, ob ich da unten auch Knochenableger habe. Ich muss noch ein bisschen nach oben rutschen, und los geht es.

Weil ich mir seit gut einer Woche fast die Lunge raus huste, und weiss, dass dies nun in der Röhre äusserst unpraktisch ist, kriege ich noch ein winzig kleines Tablettchen, welches den Hustenreiz unterdrücken soll. So klein, ich zweifle an der Wirkung. Und werde äusserst possitiv überrascht. Das muss ich haben. Ob ich die Schachtel haben darf?  Nein, kann sie mir nicht geben, aber den Beipacktext, dann könnte ich sie in der Apotheke holen gehen. Es ist Rezeptpflichtig. Da zähle ich mal auf Onki.

Die Röhre ist vorbei, und ich kann mich fast nicht mehr auf den Beinen halten, unendlich müde. Auf dem Weg zum Parkhaus komme ich an der Apotheke vorbei. Natürlich fragt der Herr nach dem Rezept. Wird ihm mein Onkologe noch faxen. Irgendwas an diesem Satz, ich vermute mal der Onkologe war’s, macht Eindruck, ich kriege das Medi ohne Probleme. Lasse Onki wissen, dass ich da noch ein Rezept brauchen würde, ob er wohl so gut wäre, und eines faxen könnte? Er kann. Da ist er unkompliziert wie mein Vorgesetzter wenn ich einmal nicht zur Arbeit kann. Da wird nicht nachgefragt, es wird gemacht,und fertig.

Ich gebe zu, es war nicht besonders g’scheit, in meinem Zustand noch Auto zu fahren. Habe die kanpp zehn km gut hinter mich gebracht. Zu Hause in’s Bett,und von den nächsten 24 Stunden rund 20 Stunden verschlafen.

Das passt wieder perfekt mit der Schlaferei. So langsam den Jetleg hinter mich gebracht, (eine Stunde pro Tag heisst es ja angeblich), nun ausser Gefecht gesetzt wegen der doofen Röhre, und in drei Tagen wird mich wieder eine Kortisonnacht ereilen. Aber das ist nicht das Problem, der Bescheid von der Röhre wird mich mit grosser Wahrscheinlichkeit aus den Schuhen werfen. Warten….

 

 

 

 

 

 

Dieser Eintrag wurde am 16. Januar 2018 veröffentlicht. 6 Kommentare

Allerlei

… Leute lernt man kennen.

Unterhaltsam erzählt ein Kollege von seinem Leben. Einen mechanischen Beruf gelernt, auf Wunsch des Vaters, sofort nach der Lehre in den Verkauf, Herrenkonfektion, nach ein paar Jahre sich selbstständig gemacht mit einem Kleiderladen, und ein ganzes Jahr lang zugeschaut, wie es nicht läuft, das Angebot an Lumpen modernisiert, und sich dumm und dämlich verdient, alles verkauft, einen on-line-dessous-Laden eröffnet, und wieder verkauft, war zu anstrengend das es hammermässig lief, ein Schuhladen brachte ich ihm auch noch Geld, Gremlins an der Weihnachtszeit importiert und mit Faktor zehn weiter verkauft, schlussendlich ein Resort inThailand eröffnet und mit enormen Gewinn wieder verkauft, und nun ist er wohl mehrfacher Millionär, was man ihm aber nicht ansieht. Sonst hätte ich ihm auch keinen Kaffee bezahlt, was ich ihm auch sage. Ein Lachen, mehr nicht.

Wir sind auch bei einem Kollegenpaar eingeladen. Das lasse ich mir nicht entgehen, will doch sehen, wie Amis leben. Und bin ein wenig enttäuscht. So ganz normal. Aber vielleicht auch, weil wir hier in einem wirklich gebildeten Haushalt gelandet sind. Er ist Kubaner, weltweit unterwegs um Firmen zu auditieren und erzählt mehr als unterhaltsam was man so erlebt auf Reisen. Z.B. wenn man an einer europäischen Grenze mehr  als einmal gefragt wird, ob man den Pass gefälscht hat, einzig weil Papa Staat noch ein paar Seiten rein geklebt hat da bereits alles mit Stempeln und Visen voll ist. Gefühlsmässig kennt er jeden Flughafen auf der Welt. Seine Frau kommt aus Puerto Rico, Lehrerin, welche in den Staaten ihren Master nachholte. Die Schwiegertochter ist aus Venezuela, wo der Sohn auch ein paar Jahre lebte. Selten mal erlebe ich so einen unterhaltsamen Abend mit netten, humorvollen Leuten. Und ich stelle fest, ich bin ein langweiliger Stubenhocker.

Die letzten zwei Tage ist es auch noch wunderbar warm und wir planschen im Pool rum. Trotzdem erhalte ich allerlei Whats up mit der Frage, ob ich nicht erfriere. Ja, war seit 28 Jahren der kältest Winter in diesem Bundesstaat, aber nur im Norden. Und ein geheizter Pool hilft natürlich mit.

Trotz allem vergesse ich nicht, die Röhre wartet, und das anschliessende Gespräch. Mache Onki den Vorschlag, einen Kaffee trinken zu gehen und über Gott und die Welt zu unterhalten, alles, nur nicht meine Diagnose. Erstaunlicherweise geht er nicht auf meinen Vorschlag ein

Frohes, neues Jahr

Habe die Gelegenheit beim Schopf gepackt und bin an die Wärme entfleucht. Im Hotel angekommen erkunden wir den Pool, und ziehen unwillkürlich den Kopf ein. Ein Flieger zieht über uns hinweg, dass wir Beide denken, er rasiert das Dach des Hauses ab. Aber nein, es geht sich aus. Ich sichere zwei Liegen am Pool, meine Kollegin zieht los, um zwei Drinks zu holen. So beobachten wir, was da alles landet, und kommentieren fachlich. Die Grossraumjets sind definitv interessanter als die kleinen Cityhüpfer.

Am nächsten Tag ziehen wir los, Richtung Haus meiner Kollegin. Mollig warm ist es, und so kann man praktisch aufwärmen. Im Haus bin ich entzückt! Von der Küche! Ein Riesenteil – gemacht für kochen bis der Arzt kommt. Das ein Pool dabei ist, ist übrigens auch kein Anlass zur Beschwerde                    .

Zu Silvester erwarten wir Gäste, und so kochen wir ein wenig vor uns hin. Zu viert in dieser Monsterküche – kein Problem. Das Essen mundet, den Gästen wie uns, und so rutschen wir gut in’s neue Jahr.

Ich schicke ein paar Neujahrsgrüsse hinaus, und erhalte auch zurück. Der Renner ist der rutschende Elefant, fünf Mal erhalte ich diesen. Und dann habe ich da noch Herumtreiber, einer ist unterwegs nach Slowenien, aus Köln erhalte ich auch Grüsse, Abu Dabhi ist ebenso vertreten, und das herkömmliche aus Europa.

Ich grummle, auch wenn ich über den grossen Teich gehüpft bin, denke ich an Krustentierchen. Nächstens muss ich ins PetCt, und das Ergebnis macht mir Sorgen. Ach was, Angst ohne Ende. Und wieder kann ich niemanden um Hilfe bitten, weil ich es alleine durchstehen muss. Ist doch ein Scheissspiel, das Ganze.