Wiederholen

Onki lässt durchklingeln. Meine angesetzten Proben haben wohl Negatives angezeigt. Auf jeden Fall werde ich innert drei Monaten dank meines Kellergewölbes zu einer zweiten Antibiotikakur verdonnert. Vor diesen Dingern habe ich Respekt. Während ich die ersten 48 Jahre meines Lebens mit genau einer Kur hinter mich gebracht habe (nach einem Katzenbiss), beginne ich mein 49-stes mit deren Zwei. Kann mich noch erinnern, dass ich bei Onki schon mal Antibiotika verweigert habe, und das dies nicht sonderlich clever von mir war. Also bin ich nun folgsam und bitte, mir das Rezept an die Apotheke meines Vertrauens zu faxen.

Auf dem Nachhauseweg mache ich einen Schlenker über den Giftladen. Mir scheint, bei Antibiotika sind die Giftmischer stets ein wenig heikel. Bis sie das Rezept auftreiben werde ich nach anderen Medis gefragt, aber ja, sicher nehme ich diese. Ob das mein Arzt weiss? Klar. Und ob ich eine Allergie hätte, natürlich, auch hiermit kann ich dienen. Mein Arzt wisse dies? Ja das hoffe ich doch schwer. Und Blutverdünner? Auch das, und ja, mein Arzt weiss es. Als sie schlussendlich das Rezept in den Fingern hält, wird sie zusehends handzahmer. Einmal mehr mache ich die Erfahrung, so ein kleines Wort „Onkologie“ auf einem Rezept macht ziemlich was her. Da geht man schon irgendwie davon aus, der „Patient“ weiss, was er will und nimmt. Oder so.

Und auch Instruktionen kriege ich, wie die Dinger zu nehmen sind. Eine Stunde vor, oder zwei Stunden nach dem Essen, und fünf Tage und nicht länger, damit keine Resistenz eintritt. Heikle Sache, scheint mir. Meine herkömmlichen Medis, welche ich Tag für Tag verschlucke, bewegen sich in einem Zeitrahmen von 12 Stunden. Und zu meiner Verteidigung, irgendwo ist immer sechs Uhr abends, so gesehen schlucke ich alles brav pünktlich.

Während viele Personen, die ich kenne, schon mal eine Blasenentzündung hatte (oder halt irgendwo da unten etwas nicht gepasst hat), und anscheinend unter ordentliche Beschwerden litten, bemerke ich dies nur weil optisch gar unschön. Vermutlich wäre mir Onki so oder so auf die Schliche gekommen, auch wenn ich nichts davon erzählt hätte. Immerhin wird mir immer etwas von meinem Lebenssaft abgezapft und durch die Geräte in seiner Praxis gejagt. Da kann man nicht viel verbergen. Und ich bin der festen Meinung, ich habe mir die Entzündung nicht wegen Kälte geholt, könnte mich nicht erinnern wo, sondern gehe schon davon aus, dass mein Krustentierchen da die Finger im Spiel hat.

Wie ich aber schon sagte, alles, nur noch keine Chemo bitte.

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