Vorbilder

So ein Krustentierchen ist ja nun wahrlich keine seltene Krankheit. Rundherum kennt vermutlich jeder Menschen, die daran erkrankt sind. Auch Prominente. Da ist so ein Krabbler doch ziemlich fair, ob arm oder reich, dick oder dünn, sportlich oder ein Sofatierchen, es macht sich überall breit.

Ein paar nötigen mir richtig Respekt ab. Wenn ich von Schauspielern höre, die noch an einem Film mitwirken, und die Szenen mit ihnen zuerst gedreht werden, da es ganz klar ist, dass er / sie das Ende nicht mehr erleben werden. Auch Farrokh Bulsara, gemeinhin bekannt als Freddy Mercury, finde ich bewundernswert. Schwer von seiner Krankheit gezeichnet nimmt er noch ein Lied auf, das vom Text her auch mir in den Sinn hätte komme können. Ok, bei ihm war es Aids. Heute würde er vielleicht noch leben. Ich habe da ein bisschen mehr Glück. Vor zehn Jahren waren meine Medis auch noch nicht auf dem Markt, da wäre die Sache schon erledigt.

Langsam kommt zu meiner Angst auch Panik hinzu. Und der unstillbare Drang und Wunsch zu leben wird manchmal übermächtig. Ich möchte Sachen tun, die einfach nicht gehen. Würde damit Leuten weh tun, und das geht nicht, egal ob gesund oder krank.

Auch das Erbrechen kommt wieder. Nicht ganz so schlimm wie zu Beginn meiner Diagnose. Ich hoffe sehr, dass ich nur ein seelisches Weichei bin, und nicht, das mein Magen als Wohnung für Krabbler herhalten muss.

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Dieser Beitrag wurde am 5. April 2018 veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. 4 Kommentare

4 Kommentare zu “Vorbilder

  1. Hallo Heidi,

    Du bist ein seelisches Weichei (und nicht nur Du – grins!).
    Ich denke, die bevorstehende Chemo macht dir Angst, Magenschmerzen und damit Erbrechen, oder? Bei diesem
    ganzen Mist kommt man auch nie mal wirklich zur Ruhe.
    Ich weiss, das hört sich bisschen bescheuert an, aber die Chemo
    ist ein Freund, der dir hilft den blöden Krabblern eins auf die Mütze
    zu geben.

    Ich weiss wie sich die Panik anfühlt, ich schick dir eine dicke
    Umarmung!!!! Und jetzt mach einfach weiter.

    Gaby
    P.S. Mich würde interessieren, welche Sachen Du gerne machen
    würdest, die nicht gehen?!?! Musst mir natürlich keine Antwort
    darauf geben.

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    • Hallo Gaby
      Mal sehen, wie das läuft mit der Chemo. Die erste vor zwei Jahren habe ich überraschend gut vertragen, also schauen wir mal. Nein, ich komme nicht zur Ruhe, ich weiss, dass es vorwärts geht, halt leider im negativen Sinn. Man darf gespannt sein, leibe Grüsse, Heidi

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  2. Liebe Heidi
    Ob faire oder unfaire Krabbler – diejenigen, die dich davon abhalten, deine Afrika-Reise zu unternehmen, müssen zuerst noch geboren werden (..oder hoffentlich eben nicht.) Ich wünsch Dir Kraft für die Chemo und eine schöne Reise! Lieber Gruss Susanne

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