Fertig jetzt

Mein Kellergewölbe nervt, und zwar so sehr, dass ich mir von Onki einen Termin bei meinem Profischlitzer machen lasse. Mein Profischlitzer ist auch ein hervorragender Höhlenforscher, und von ihm erhoffe ich mir, dass da mal klar Schiff gemacht wird. Als ich meinem herkömmlichen Höhlenforscher sagte worum es geht, und dass dies mal kontrolliert werden sollte hat er grosszügig abgewunken. So mit Chemo, Blutverdünner usw. sollte sich das mal ein Spezialist ansehen. Bitteschön, bin ich also zum Spezialisten.

Es kann nicht angehen, dass ich mittlerweile zwei Monate non stop genervt werde von meinem Untergeschoss.

Porfischlitzer sieht sich das ganze mal an und ruckzuck schaufelt er mir einen Termin für eine kleine Restaurierung unten herum frei. Fünf Tage später bin ich im Spital. Vorschriftsmässig habe ich für den Eingriff und die entsprechende Narkose ab Mitternacht des vorherigen Tages nichts mehr gegessen und getrunken. Mein treuer Fahrdienst steht mir wieder treu zur Seite und so bin ich am Vormittag bereits im Krankenzimmer. Bevor ich mich umziehe mache ich noch einen kleinen Umweg über die Toilette, dann schlüpfe ich in mein Op – Kostüm.

Den Port habe ich schon in der Onkologie anstechen lassen. Die Damen dort schaffen es mit drei Promille immer noch besser als die Damen und Herren im Spital. Ist halt auch Übungssache.

Während der Port in der Onkologie brav seine Dienste tut, auch Blut hergibt, streikt dieser im Spital. Man versucht es über die Venen, muss auch zwei Mal rumstochern. Ich telefoniere mit der Onkologie, ob sie meine Blutproben noch haben, ich bin nicht mehr gewillt, etwas von meinem edlen Saft herzugeben. Doch, sie hätten die Proben noch, aber halt auch zu wenig, und wenn nötig kommt eine Chemodame selber vorbei und zapft mir noch was ab. Man versucht es nochmals im Spital und es klappt doch noch.

So liege ich also im Bett und warte, bis ich abgeholt werde. Eine Krankenschwester kommt mit einem kleinen Becherchen in’s Zimmer und meint, ob ich noch auf’s WC kann, sie sollten noch einen Schwangerschaftstest machen. Ich falle vor Lachen fast aus dem Bett. Ich streike, frage, ob sie meine Krankenakte gelesen hat. Eine Assistentsärztin kommt, und erklärt mir das ganze nochmals. Ich erkläre es ihr auch nochmals. Und wieder, ich kriege fast keine Luft vor lachen. Nein, mache ich nicht. Ich bin seit zweieinhalb Jahren auf der Zielgeraden in die Grube, und die kommen mir mit einem Schwangerschaftstest. Man möge doch bitte auch ein klein wenig gesunden Menschenverstand walten lassen. Doch, schlussendlich ist sie auch meiner Meinung. Unglaublich, man arbeitet nach Schema F und fertig und aus. Nicht mit mir.

Als ich in den OP komme stelle ich fest, alles nur Damen. Hm, da könnte man doch, wenn alles vorbei ist, gemeinsam losziehen und eine Flasche Prosecco köpfen?

Es geht alles gut, nach einer halben Stunde ist alles vorbei und ich komme in den Aufwachraum. Dort werde ich wunderbar mit Mittelchen zugedröhnt, und so schlafe ich den Schlaf der Gerechten. Schlussendlich doch wieder ins Zimmer, und so langsam kommen meine Beine und der Rest wieder zurück ins Leben. Etwas zu Essen kriege ich auch noch. Das war nicht so wichtig, aber trinken, bitte etwas zum trinken.

Mein treuer Fahrdienst kommt, und wir machen uns auf nach Hause. Keine Probleme, kein Kopfweh und was mir noch alles vorhergesagt wurde. Erledigt, nun hoffe ich nur, dass das Ganze auch den erwünschten Erfolg bringt. Wir werden sehen – wenn ich wieder mit den Blutverdünnern beginne.

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