Einfach, aber nicht gut

Meinen letzten Besuch bei Onki habe ich mit Rezepten beendet. Nicht immer hat er alle Mittel an Lager, und wenn ein Patient vor mir schneller war, kann schon mal sein, dass ich ein Rezept kriege, und das Mittel in einer Apotheke holen muss. Auch die Apotheken haben Zytostatika nicht immer an Lager, eigentlich gar nie. Also maile ich die Rezepte zu der Apotheke meines Vertrauens durch und hole dies am nächsten Tag. Ein Antibiotikum ist auch dabei, und sonst noch Zeugs. Ich erhalte alle Medis ohne irgendwelche Fragen oder Ratschläge. Ja, was ist denn los? Kein „Nehmen sie sonst noch Medikamente“?, oder „Weiss ihr Arzt, was sie sonst noch nehmen?“. Ich grinse ein wenig in mich hinein. Bei Zytostatika fühlt sich wohl keine Apothekerin mehr aufgerufen, einem noch Anweisungen für das Einnehmen der Medis mit auf den Weg zu geben. Könnte schon sein, dass ein Patient weiss, wie er mit dem Zeugs umgehen muss. Und auch, dass der Arzt weiss, was man sich sonst noch an Globulis mehr oder weniger freiwillig reinzieht.

Freiwillig sage ich, weil ich mich jetzt doch für Antibiotika entschieden habe. Zeitmässig ist es eine Punktlandung, dass ich im Fernsehen einen Beitrag über die immer mehr zunehmende Antibiotikaresistenz sehe. Sogenannte Superkeime werden uns das Leben in zwanzig, dreissig Jahren richtig versalzen. Sie sind jetzt schon im Umlauf, gemäss Beitrag oft eingeschleppt von Reisenden, wenn diese im Ausland einen Spitalsaufenthalt hatten. Bin ich mit meiner Reiserei also gerade mal durchgerutscht. Das einzig medizinische war die Apotheke in Botswana.

Zu denken gibt mir, dass es angeblich Leute, oder besser gesagt Patienten gibt, welche Antibiotika quasi für jeden Husten nehmen. Weigert sich ein Arzt, diese zu verschreiben, wird mal schnell der Arzt gewechselt. Vergisst man, oder will man nicht wahr nehmen, dass wir hier von Medis sprechen? Aspirin, vor allem die Amis, schlucken es wie Tic Tac, angeblich. Und da schau her, eine Magenblutung. Aber doch nicht von ein bisschen Aspirin? Doch!

Momentan bin ich bei 16 Tabletten täglich, Calcium und Vitamin D zählt ja nicht als Medi, und der Blutverdünner ist nicht dabei. Wieviel davon schwemme ich wieder aus? Seit drei Jahren stehe ich unter Medis. Und ich bin nicht die Einzige, welcher es so ergeht. Dann noch die Pillen, welche viele Frauen jahrelang nehmen. Hormone, welche man in Fischen findet. Irgendwann haben wir den ganzen Mist auf dem Teller. Aber, man sieht es nicht, richt es nicht, spürt es nicht.

Muss aufhören mit diesen Gedanken, sie machen mir Angst.

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