Böse böse

ist sie, die momentane Chemo. Abgesehen, dass ich es extrem mühsam finde, drei Mal am Tag mir Minz (also meine Chemotabeletten) einzuwerfen, einmal alle drei Wochen an den Tropf finde ich persönich parktischer, beginnt das ganze zu nerven. Die Bluterei nimmt zu, und ich beginne ins Gewebe einzubluten. Das scheint Onki ins Grübeln zu bringen. Also den Blutverdünner wieder abesetzt. Das ist ungeschickt. Jeder, der zwei Mal schon mit Thrombose gesegnet war, sollte bis ans Ende seiner Tage Blutverdünner schlucken. Nun stellt sich die Frage, ist das Blut wegen dem Verdünner bleidigt, ist die Chemo am mitmischeln, oder ist es die Wirbelsäule, die nicht mehr ihren Dienst tut. Schauen wir. Ich bin momentan in den Ferien, also nicht zu Hause und Onki lässt mir nicht durchgehen, dass wir uns rund fünf Wochen nicht sehen. Also trabe ich brav zur Zeit vor.

Mein Port ist momenten im Ruhestand, aber weil mir Onki ja (leider) zugesichert hat, dass es bestimmt wieder eine Chemo geben wird, die mir intravenös eingetrichtert wird, sollten wir vielleicht ein bisschen Rohr frei reinlassen. Die Leitungen sollten schon frei sein wenn es wieder los geht. Und wieder einer meiner Lieblingssätze: Mal Onki fragen.

Bin bei meinen üblichen Schlummereltern gelandet. Der Schnee lässt zu wünschen übrig, bin auf der falschen Seite der Alpen, aber es ist halt so, kann man nicht gross ändern. Manchmal denke ich mir, ob mein Chemobrain, was ich ja gerne und oft als Ausrede verwende, wenn ich mal wieder etwas nicht weiss oder vergessen habe, Überhand nimmt. Stehe ich eines morgens im ersten Stock, und frage meinen Schlummervater etwas. Erst als er so kariert drein schaut fällt mir auf warum. Ich stehe da im Evakostüm, und es war mir nicht bewusst. Da, wo ich aufgewachsen bin, kann es schon sein, dass einem im ersten Stock des Hauses ein Flitzer begegnet, aber bei Schlummereltern ist dies eher, sagen wir, unangebracht. Na ja, weiss er nun also auch, wie es aussieht, wenn man einseitig unterwegs ist.

Ansonsten gibt es nicht viel zu berichten. Organisiere mir hier und dort einen Kaffeeklatsch mit langjährigen Bekannten, esse mich bei Bekannten durch, lasse mich bekochen und bekoche meine Schlummereltern. Es hat sich ja Nachwuchs eingstellt, und aus eigener Erfahrung weiss ich, wie bequem es ist, wenn man sich zum Essen hinsetzen kann. Bis jetzt haben sie brav immer alles aufgegessen, sei es wegen Hunger oder aus Anstand, egal, die Töpfe sind leer. Ein Auto habe ich mir auch organisiert, und so bin ich flexibel unterwegs. Irgendwie glaube ich, dass man sich an das Nichtstun schneller gewöhnt als umgekehrt.

 

 

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