Knoten

am Hals sind bereits nach der zweiten Chemo wieder weg. Also wird es wohl etwas mehr als Globuli sein, was mir Onki da schönes reintrichtern lässt. Reintrichtern, weil es, wie schon erwähnt, wieder intravenös ist, also via Port. Er arbeitet immer noch tadellos, muss aber dazu sagen, wir haben diesen auch immer brav nach drei Monaten – während meiner Tablettenchemo – hingebungsvoll gespült – Rohr frei marsch!

Bin zur Blutkontrolle, und da schaue ich mal ziemlich blöd drein. Meine Blutwerte sind im Keller. Meine Abwehrstoffe sind mit einem Wert von 0.1 praktisch nicht mehr vorhanden, schlimmer als bei der allerersten Chemo. Das ist nun nicht übertrieben gut. Onki erzählt mir, was alles passieren kann. Abgesehen davon, dass mich ein Husten schon nieder machen kann, ist es  möglich, dass die körperinternen Bakterien es bunt treiben und dies kann bis zu einer Blutvergiftung führen, Fieber ab 38.5 treibt mich in die Notaufnahme und zwingt mich zu Antibiotika, ziemlich egal, ob es bakteriell oder viral bedingt ist. Was tun?

Klar, auch da hat Onki ein Wässerchen dagegen – in spritzenform. Natürlich sagt er mir nicht, dass ich das Zeugs nehmen MUSS, aber wenn einem so ausführlich erklärt wird, was alles passieren kann, selbst wenn man brav alleine zu Hause hockt, dann, ja dann, sagt man gerne, her mit dem Gift. Die erste Spritze wird mir gleich in der Praxis verabreicht, am nächsten Tag mache ich mit der Thrombosespritze zusammen eine Junkie – Tour, quasi.

Und die Schmerzen gehen los, irgendwie hinten an den Nieren. Das hat mir Onki auch vorher gesagt. Ich weiss, Ibuprofen ist besser für die Nieren, schlecht für den Magen, bei Paracetamol ist umgekehrt. Dann habe ich noch ein Schmerzmittel für „Erwachsene“, also verschreibungspflichtig. Da steht auch netterweise unter anderem in der „Gebrauchsanleitung“, man sollte es nicht nehmen, wenn man schlechte Blutwerte hat, oder Blutverdünner nimmt, oder unter Chemo steht, und sonst noch ein paar Sachen. Warum muss ich den Schrott auch immer lesen. Onki muss helfen, schreibe ihn an, was ich denn schlucken darf, Antwort kommt postwendend: Im Prinzip alles, auch das rezeptpflichtige, wenn es sein muss. Ich bin verwirrt, und lasse ihn das wissen. Ja, er sieht das wohl anders, es sei alles i. O.. Vor allem, weil ich ja die Dinger nicht wochenlang schlucke. Ja dann, runter damit. Der Magen schmerzt auch schon wieder länger. Ich bin kein Held und bin recht grosszügig mit den Medis, ich will doch nur wieder mal schlafen können. Und das gelingt mir dann auch. Ok ok, ein Schlafmittel hat nachgeholfen.

Nach zwei Tagen muss ich wieder in die Blutkontrolle. Und siehe da, mehr oder weniger alles besser, nicht gut, aber doch besser Bin zufrieden, Onki auch. In drei Tagen gibt es wieder Chemo, und ich habe scho drei verschiedene Medis als Imunsuppressiva zu Hause, die ich nehmen muss. Wird schon gehen, muss ja auch.

Wenn ich ehrlich bin habe ich noch zwei Wünsche an mein Leben. Erstens, bitte, bitte, keine Hirnmetas und zweitens, keinen neuen Krebs, die Ableger reichen auch. Bescheiden bin ich geworden, finde ich.

 

Werbeanzeigen

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s