Todesmutig

Spätestens seit es WC Papier im Angebot gibt, darf man doch davon ausgehen das Covid-19 ein wenig rückläufig ist. Also höchste Zeit sich wieder  unters Volk zu mischen. Ich lande bei lieben Kollegen im Garten. Es wird spät und später und es gibt ein Abendessen, auch im Garten. Die Katze des Hauses  stromert im Freien rum, plötzlich begleitet von einer Maus. Und was für eine Maus! Ca. drei cm klein aber aggressiv wie ein Wasserbüffel. Mehr als verblüfft sehen wir alle, wie diese der Katze zum Teil richtiggehend ins Gesicht springt. Die Katze spielt munter mit Jerry-Maus weiter und lässt sie bis zu 30 cm durch die Luft purzeln. Ich würde mal sagen, so eine halbe Stunde dauerte die Show bestimmt. Man stelle sich nur mal die Grössenverhältnisse auf uns Menschen übertragen vor. Der durchschnittliche Homosapien stirbt doch da schon an einem Herz-Zick-Zack. Die Geschichte endete der Natur entsprechend mit einer kleinen Schmauserei für die Katze.

Es hat sich mal wieder gezeigt, Mut ist manchmal für gar nichts gut ausser Verlängerung eines ohnehin zeitlich beschränkten Lebens. Merke ich mir!

In meiner Mailbox finde ich eine Nachricht von Mpi. Aha? Bevor ich sie geöffnet habe denke ich schon daran, ob wohl eine passende Studie ansteht? Immerhin habe ich ihn wissen lassen, wenn sich etwas anbietet, ich bin wieder dabei. Andererseits, Onki wüsste es bestimmt schon und hätte mich sicherlich in irgendeiner Form vorgewarnt. Es war keine Mitteilung über eine neue Studie, was mich ein wenig enttäuschte, es war eine Frage zu meinem Wohlbefinden, was mich hingegen doch wieder sehr freute. Soll mir auch Recht sein, blauschen MPi und ich ein wenig online.

Chemo und Antikörper machen gute Dienste. Silberrücken & Co sind schon fast weg, Lunge arbeitet auch gut, und so kann ich nicht klagen. Das letzte Mal wurden die Haare  dünn und dünner. Also, das letzte Mal als ich mit dieser Chemo zugetrichtert wurde. Nun bin ich schon rund fünf Wochen dran und die Haare sind immer noch vor Ort. Ich habe mein Durcheinander auf dem Kopf satt und mache mich auf den Weg zu einem Profi. Es wird dran rumgeschnetzelt und auch mit Farbe spart man nicht. Wenn mein Körper nicht mit irgendwelchem medizinischen Mittelchen vergiftet wird habe ich ziemlich viel Haare auf den Kopf. Diese werden nun ausgedünnt, der Profi nennt es auch effilieren. Mit dem Ergebnis bin ich eigentlich zufrieden. Erst auf dem nach-Hause-Weg frage ich mich, war es nun schlau, die Haare ausdünnen zu lassen, wenn in den nächsten Wochen das Ganze von selber passiert? Ja, nachher ist man immer schlauer, in meinem Fall auch eine schöne Stange Geld los.

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