Wieder weiter machen

Ja, ich bin noch da. Und ja, ich weiss, in letzter Zeit war ich ziemlich faul hier mit schreiben. Es ging und geht mir nicht so gut, muss ich zugeben.

Zuallererst merkt man ruckzuck, wie man quasi entmündigt wird. Oder mache ich es selber? Auf jeden Fall sind die Zeiten vorbei, in denen ich Hilfe ablehnte. Für mich einkaufen, aber gerne. Die Einkaufstaschen in die Wohnung tragen, immer gerne. Mich zur Chemo fahren, ins Spital, in den Notfall, ja, ja, und ja gerne.

Die Pleurodese habe ich hinter mir, der Eingriff war kein Problem, genützt hat er nicht. Wasser, dieses Mal auf der linken Seite der Lunge abziehen, hat auch nichts gebracht, und auch über vier Liter aus dem Bauch gezogen war für nichts. Die Atembeschwerden bleiben. Und es liegt an meiner Lunge. Sie ist kaputt. Bestrahlungsschäden, Ableger mit 2cm und grösser, die Ableger haben sich auch in den Leitungen der Lunge breit gemacht. Somit ist die Lunge überfordert, bzw. nicht in der Lage, genügend Sauerstoff aufzunehmen. Und ich schnaufe, verfalle in Schnappatmung, und es nützt nicht viel. Es ist ziemlich beängstigend, wenn man das Gefühl hat, nicht genug Luft zu kriegen. Langsames ersticken, quasi. Kein schönes Gefühl.

Onki freut es auch, dass es mir Dank Chemo ein klein wenig besser geht. Seine neue Praxis ist recht gross, und ich schaffe es, ohne Sauerstoff von seinem Besprechungszimmer bis zum Chemostuhl zu wackeln. Das mag hier banal klingen, aber es ist nun mal so, wenn das rudimentärste nicht mehr funktioniert, bzw. Belastung ohne Ende bedeutet, ist man froh, wenn es auch nur ein klein wenig besser geht. Vielleicht, vielleicht kann ich auch wieder mit dem Auto fahren beginnen. Seit rund zwei Monaten habe ich es sein gelassen.

Momentan nehme ich hochdosiertes Cortison, Codein, Morphin, Schmerztabletten, Magenschoner, Blutverdünner, Calcium, D3, plus Immunsupressiva wenn Chemo ansteht. Ich finde es nicht vernünftig, mit diesem Giftcocktail hinter das Steuer zu sitzen, dass muss mir kein Arzt „verbieten“. Allerdings beginne ich immer erst am späteren Vormittag mit der Einnahme von dem ganzen Mist, also vielleicht sitze ich doch mal morgens hinter das Steuer – wenn nötig.

Dieser Beitrag wurde am 19. September 2020 veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Ein Kommentar

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